Arbeitsfelder der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung



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MUT+ „Kinder und Jugendliche gestalten Vielfalt“

Mit Tanz, Musik, Video und Bühnengestaltung bringen sieben stadtteilorientierte Kinder- und Jugendtheatergruppen in Oldenburg Theaterstücke auf die Bühne. Durch die Vielfalt der Kunstsparten und ihre unterschiedlichen Beteiligungsformen sollen sich möglichst viele am Theater interessierte junge Menschen mit ihren Fähigkeiten einbringen können.

Jugendkulturarbeit e. V., der Trägerverein des Projekts, setzt an den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen an. Das Projekt verfolgt einen partizipativen Ansatz: Alle Kinder und Jugendlichen sollen unabhängig ihres sozialen und/oder kulturellen Hintergrunds einbezogen werden. Beim Experimentieren mit verschiedenen Kunstformen entdecken sie nicht nur ihre individuellen künstlerischen Fähigkeiten. In der heterogen zusammengesetzten Gruppe tauschen sie sich über für sie interessante Themen, gesellschaftliche Fragen, Wünsche und Fantasien aus. Unterschiedlichste Kommunikationsformen sind hier gefragt, ebenso wie neue Sicht- und Umgangsweisen. Durch die partizipativen Arbeitsmethoden haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, dies im Schutz der Rolle und im geschützten Raum auszuprobieren. Dabei verbindet sich die künstlerische Arbeit mit gruppendynamischen Prozessen. Die niederschwellige Ausrichtung und dezentrale Verortung der Angebote sowie die Kooperation mit den Institutionen innerhalb der Stadtteile (Freizeitstätten, Schulen) tragen dazu bei, dass auch die Kinder und Jugendlichen erreicht werden, die sich ansonsten von kulturellen Angeboten nicht angesprochen fühlen.

Vielfalt der Angebotsformen für Vielfalt der Teilnehmenden

In jeder Gruppe entsteht pro Jahr je ein Theaterstück, das thematisch aus Kinder- und Jugendsicht Fragen an die Gesellschaft mit künstlerischen Methoden aufarbeitet und anderen Schüler*innen und einem Fachpublikum (Lehrer*innen, Kulturpädagogen*innen, Sozialarbeiter*innen, Mitarbeiter*innen der Kommunalverwaltung) über Aufführungen zur Diskussion stellt. Fortbildungen begleiten die Kulturpädagog*innen und Projektpartner*innen vor Ort. Die theaterpädagogischen Projekte erproben auf diese Weise interdisziplinär – mit Tanz, Musik, Video und Bühnengestaltung – gemeinsam mit den beteiligten Kindern und Jugendlichen und den Teamer*innen inklusive Formen kultureller Bildungsarbeit. Dadurch werden sowohl die am Projekt Beteiligten – wie Kinder, Jugendliche, Teamer und Trainer – als auch die Fachkräfte der Oldenburger Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Theaterpädagog*innen und Lehrkräfte für diverstitätsbewusste Sichtweisen und Handlungsansätze sensibilisiert.

Kommunales Netzwerk zur Strukturentwicklung

Innerhalb eines Netzwerks von sieben stadtteilorientierten Kinder- und Jugendtheatergruppen in Oldenburg sollen so die strukturellen Bedingungen der kulturellen Bildungsarbeit und die Methoden Kultureller Bildung im Hinblick auf Inklusion weiterentwickelt werden. Im Austausch mit den Kooperationspartnern aus der Verwaltung (Stabsstelle Inklusion, Jugendamt, Stabsstelle Integration und Kulturamt), den Partnerorganisationen innerhalb der Stadtteile (Schulen, Freizeiteinrichtungen, Bürgervereine) und aus der Kulturellen Bildung (Junges Staatstheater, Blauschimmel Atelier e. V.) werden die Prozesse begleitet und ausgewertet. Fachtagungen und bundesweite Netzwerke machen anderen Kommunen und Institutionen Kultureller Bildung die Ergebnisse zugänglich.

Inklusion braucht Zeit

Damit jede und jeder Einzelne an Angeboten der Kulturellen Bildung teilhaben kann und die so entstehenden Projekte und Prozesse in ihrer Vielseitigkeit als Mehrwert für die Gesellschaft anerkannt werden kann, braucht es Verstetigung, so konstatiert der Trägerverein Jugendkulturarbeit e. V. Die allen Gruppen eigene Dynamik erfordert Zeit, bis inklusive Methoden wirken. Es sollten daher ausreichend finanzielle Mittel zur Erprobung und Durchführung von inklusiven kulturellen Projekten zur Verfügung stehen, zum Beispiel auch durch längerfristig angelegte Förderprogramme („Inklusion braucht Zeit!“).
Als weitere Gelingensbedingung für Inklusion in kulturellen Handlungsfeldern sieht der Trägerverein die reflexive professionelle Haltung der Projektorganisator*innen und Projektteamer*innen. Die Lust auf Diversität, die Entwicklung von „Diversität als Haltung“, die Offenheit zur Selbstreflexion von Erfahrungen, die Bereitschaft Kooperationen zu suchen, die Frage nach Qualität kritisch zu stellen und „es sich nicht einfach zu machen“, bilden die Basis für die Initiierung von und die Arbeit in inklusiven Prozessen.

Beteiligte Partner

Schulen und Freizeitstätten, Kulturamt, Fachstelle Inklusion, Stabsstelle Integration, Jugendamt und Schulamt der Stadt Oldenburg, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, ev.-luth. Akademie Oldenburg, Kulturetage Oldenburg, zahlreiche Kooperationspartner innerhalb eines internationalen Netzwerks.
Jugendkulturarbeit e. V. ist aktiv im Landesverband Theaterpädagogik Niedersachsen (LaT), der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater (BAG), dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) und der Landesvereinigung kultureller Jugendbildung Niedersachsen (LKJ).

Ort

Oldenburg

Zeitraum

September 2014 bis August 2016

Förderer

Stadt Oldenburg, zahlreiche lokale Stiftungen, Soziokultur, regionale Förderung des Landes Niedersachsen, Projektmittel unterschiedlicher Ministerien, ERASMUS+ und Spenden
Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Innovationsfonds Kulturelle Bildung (2014-2016)

Kontakt

Jugendkulturarbeit e. V.
Jörg Kowollik
j.kowollik(at)jugendkulturarbeit.eu

Weitere Informationen

www.jugendkulturarbeit.eu

Vorstellungs-Film auf YouTube

https://www.facebook.com/pages/Jugendkulturarbeit-eV/197720530256640

Fotos © Jugendkulturarbeit e. V.



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